Unsere Geschichte

Im Jahre 1930, vor fast 90 Jahren wurde der Spielmannszug Ostenfelde der Freiwilligen Feuerwehr Ennigerloh gegründet.

Die Anregung zu dieser Gründung gab der damalige Hauptlehrer Groneberg. Zu Gründungszeiten hatten sich schon viele Ostenfelder Jugendliche an jenen Instrumenten erprobt, die von der damals bestehenden JünglingsSodalität ausgeliehen wurden. Die Gründung fand im damaligen Gasthof „Puntmann“, heute ,,Margarethengrill“ statt. Die Feuerwehr stellte Gelder für die Instrumente zur Verfügung. Seitdem gehört der Spielmannszug auch der Freiwilligen Feuerwehr an.

Zum Volkstrauertag 1930 hatte der Spielmannszug seinen ersten öffentlichen Auftritt.

Erster Tambourmajor war Franz Jöster, der bei der 8. Kompanie des 3. Garderegiments zu Fuß in Berlin ausgebildet worden war. Er legte den Grundstock für das Können der Spielleute.

Zu den Gründungszeiten hatten die Trommler und Pfeifer jeweils dreimal in der Woche geübt, bei Heinrich Bonkamp (gegenüber Freitag) in der Küche oder in Rundens Wiese oberhalb des Dorfes. Die Uniformen bestanden aus blauen Ziviljacken mit grünweißen Schwalbennestern, weißen Hosen, blauen Schirmmützen mit grünweißen Kordeln.

Schon bald wurde zu allen Gelegenheiten gespielt, beim Schützenfest, beim Gesangsfest, sowie bei Festen in den Nachbargemeinden. Nebenbei zogen die Spielleute so manches schöne Theaterstück auf, wie z.B. „Das Strandmädel“. Außerdem veranstalteten sie Preisschießen und feierten manches schöne Fest, denn Kameradschaft wurde auch damals groß geschrieben.

Der erste Vorsitzende vor dem Krieg war Heinrich Bonkamp. Kassierer war Arnold Möllers und Schriftführer war zu jener Zeit Wilhelm Tollkötter.

Bevor der grauenvolle Krieg ausbrach, wurde Heinrich Woste Nachfolger von Franz Jöster. Als Tambourmajor hatte Heinrich Woste seinen ersten Auftritt kurz vor Ausbruch des Krieges in Ennigerloh beim Schützenfest. Schon ein paar Tage später wurden einige Kameraden des Spielmannszuges einberufen, so daß der Spielmannszug während des Krieges nicht auftreten konnte.

Nur die Hälfte der Spielleute kehrte aus dem Krieg zurück. Große Lücken wurden in die Reihen der Spielleute gerissen, die anfangs schwer zu füllen waren. So gab es große Schwierigkeiten mit der Besatzung, eine Genehmigung zu erhalten, um wieder auftreten zu können. Dennoch hatten der damalige Vorsitzende Heinrich Bonkamp und Tambourmajor Heinrich Woste es erreicht, eine Genehmigung zu bekommen.

Den ersten Auftritt nach dem Krieg hatte der Spielmannszug beim 1. Feuerwehrfest im Jahre 1948. Die Instrumente hatte Tambourmajor Heinrich Woste von der damals bestehenden Werkskapelle Westfalia Oelde für günstiges Geld erstehen können. Von nun an war der Spielmannszug wieder bei allen Festen in Nah und Fern dabei. Er trat wieder bei Schützenfesten in Ostenfelde, Clarholz und Ennigerloh, sowie bei Sportlerumzügen und beim Rosenmontagszug auf.

Im Jahre 1955 konnte der Zug sein 25jähriges Bestehen feiern. Der Spielmannszug war nun 17 Mann stark. Schon damals wurde ein Freundschaftstreffen aufgezogen, zu dem 11 Musikzüge gekommen waren. Das Podiumsspielen fand im Saal des Hotels Kröger statt.

Nachdem Heinrich Bonkamp nun 25 Jahre Vorsitzender gewesen war, legte er die Führung den jüngeren Kameraden in die Hände. So übernahm für die nächsten Jahre Heinrich Woste das Amt des 1. Vorsitzenden und Tambourmajors. Heinrich Woste blieb bis zum Jahre 1966 Tambourmajor. Damit hatte er dieses Amt 27 Jahre inne.

Sein Nachfolger wurde August Brinkmann. Der Spielmannszug war zu dieser Zeit 15 Mann stark. Nach vielen Höhen und Tiefen konnte der Zug im Jahre 1970 sein 40jähriges Bestehen feiern. Aus diesem Anlaß kamen 12 befreundete Spielmanns und Fanfarenzüge nach Ostenfelde, um diesem zu gratulieren.

In den nächsten Jahren wurde es ruhig um den Ostenfelder Spielmannszug, was hauptsächlich am Nachwuchsmangel festzustellen war. Der Spielmannszug zählte im Jahr 1974 noch 11 Mann. In diesem Jahr wurde der gesamte Vorstand neu gewählt. Tambourmajor wurde nun Horst Richter, 1. Vorsitzender August Brinkmann, 2. Vorsitzender Albert Hilge, Kassierer Bernhard Knepper und Schriftführer Josef Mersbäumer. In den nächsten Jahren wurde mehr geübt, so daß der Spielmannszug wieder öfter auftreten konnte.

Im Jahre 1979 wurden erstmals Mädchen in der Verein aufgenommen. Diese wurden mit mühevoller Arbeit von Tambourmajor Horst Richter ausgebildet. Da sich immer mehr Jugendliche meldeten, wurde Ludger Steffens Trommelausbilder und Heinz Hilge Flötistenausbilder. Nun hatte der Spielmannszug eine neue Zukunft bekommen.

Zu seinem 50. Jubiläum im Jahre 1980 unter dem 1. Vorsitzenden Hermann Wienströer hatte der Spielmannszug 30 aktive und 5 Ehrenmitglieder. Von den aktiven Mitgliedern waren 18 Jugendliche unter 18 Jahren, davon 9 Mädchen. In dieser Zeit wurden auch erstmals fördernde Mitglieder in den Spielmannszug aufgenommen, die bis heute zu einer echten Stütze geworden sind. Zu Beginn wurde eine stattliche Zahl von 37 fördernden Mitgliedern erreicht. Allen passiven Mitgliedern sei an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön gesagt.

Der Spielmannszug trat in den letzten Jahren regelmäßig bei Freundschaftstreffen, Pokalausspielungen, Umzügen und Schützenfesten in Westkirchen, Warendorf und Ostenfelde auf. Außerdem wurden viele Geburtstage und Ehrentage mit einem Ständchen musikalisch untermalt.

In den Jahren übte der Spielmannszug in der von der Firma Gebr. Uhr zur Verfügung gestellten Werkshalle, später dann im Übungsraum der Feuerwehr in der Schule und anschließend im eigenen Übungsraum im Pavillon, der uns von der Stadt zur Verfügung gestellt wurde.

Ende der 80er Jahre nahmen die ersten Spielleute an einer musikalischen Ausbildung über den Landesfeuerwehrverband NRW in St. Vit teil und erreichten dort das Landesfeuerwehrmusikabzeichen in Gold. Tambourmajor Horst Richter und der 1. Vorsitzende Josef Schröer brachten den Spielmannszug musikalisch auf ein so hohes Niveau, daß im Jahre 1991 bereits das erste Konzert im Saale des Hotels Kröger aufgeführt werden konnte.

Durch das Lehrgangswesen, welches jetzt vom Landesfeuerwehrverband in Rietberg-Westerwiehe durchgeführt wurde und einer eifrigen Teilnahme der Spielleute aus Ostenfelde, konnte man sich von der Knüppelmusik verabschieden und der Spielmannszug Ostenfelde wurde zu einem Spielleuteorchester mit bereits 5 eigenen Konzerten, die danach immer in der ausverkauften Turnhalle in Ostenfelde stattfanden. Angeschafft wurden in dieser Zeit ein Marimbaphon, zwei Kesselpauken und eine Anzahl von Percussion-Instrumenten, die den Klang sinnvoll erweiterten.

Aufgrund der Aussiedler, die die Stadt Ennigerloh aufnahm, mußte der Proberaum im Pavillon geräumt werden. Bis zum Jahre 1997 wurde dann der Schießraum der Sportschützen des TSV Ostenfelde zum Proberaum umfunktioniert. An dieser Stelle möchte sich der Spielmannszug noch einmal herzlich beim TSV Ostenfelde und dem Bürgerschützenverein Ostenfelde bedanken, wo über Jahre die Instrumente gelagert werden konnten. Uniformen und das gesamte Notenmaterial befand sich bei einigen Spielleuten im Keller.

Im Jahre 1996 wurde Michael Splietker zum 1. Vorsitzenden des Spielmannszuges gewählt. Im Frühjahr 1997 konnte dann der Spielmannszug seinen neuen Proberaum in der Grundschule beziehen. Nach Verhandlungen mit der Stadt Ennigerloh wurde unter sehr hoher Eigenleistung der Mitglieder die alte Lehrerwohnung, zwischenzeitlich Jugendheim und Aussiedlerwohnung, in einen Proberaum umgebaut der bis heute die neue Heimat des Spielmannszuges geworden ist.

Horst Richter hat nach 27-jähriger Tätigkeit und über 40-jähriger aktiver Mitgliedschaft im Jahre 2001 das Amt des Tambourmajors an seinen Nachfolger Thorsten Zywietz abgegeben. Was Horst Richter in seiner Zeit als Stabführer erreicht hat ist heute dem Spielmannszug anzusehen.

Im Jahre 2005 feierte der Spielmannszug sein Jubiläum zum 75-jährigen Bestehen. Dieses Jubiläum wurde mit einer großen Musikschau am ersten Septemberwochenende beendet. Den Abend vorher gestaltete der Spielmannszug als Kommersabend, den er selber musikalisch gestaltete. Viele Gäste überbrachten Grußworte und gratulierten zu diesem Jubiläum.

Nach dem Jubiläum wurde durch die gute Anschubfinanzierung Konzertflöten angeschafft. Alle neuen Konzertstücke wurden ab jetzt in einer C/C Besetzung mit Piccoloflöten und Böhmflöten einstudiert.

Nach 10-jähriger Tätigkeit als Zugführer und Vorsitzender gab Michael Splietker sein Amt auf der Generalversammlung im Januar 2006 ab. Nachfolger als Zugführer und Stabführer wurde Thorsten Zywietz. Andreas Schulte wurde zum stellvertretenden Zugführer und Sabine Hillmann zur stellvertretenden Stabführerin ernannt.

Im Jahre 2008 veranstaltete der Spielmannszug erstmals ein Konzert in der C/C Besetzung auch unter Beteiligung von weiteren Solisten. Die neuen Piccoloflöten und Böhmflöten machten das Zusammenspiel mit einem Dudelsack und Sängerinnen möglich.

Das Jahr 2009 brachte für Thorsten Zywietz eine große Veränderung. Er wurde vom Vorstand des Landesfeuerwehrverbandes NRW zum Landesstabführer und damit zum Vorsitzenden über ca. 7100 Feuerwehrmusiker in Nordrhein-Westfalen ernannt.

Am 28.03.2010 fand ein weiteres Konzert der Feuerwehrmusik im Kreis Warendorf in der Olypiahalle in Ennigerloh statt. Ebenfalls in diesem Jahr nahm der Spielmannszug an der Landesmeisterschaft der Spielleute in Buldern teil. Dann wurde noch ein neuer Anhänger angeschafft, damit der Instrumententransport auch möglich ist. Durch eine Spende der Sparkasse konnte die Beschriftung mit dem eigenen Logo angebracht werden.

Das Jahr 2012 stand wieder ganz im Zeichen eines Konzertes. Hier trat auch erstmals die Trommelgruppe "Leider Laut" auf. Daraus entwickelte sich dann in den folgenden Jahren eine richtige Erfolgsgeschichte.

Nach 12-jähriger Amtszeit als stellv. Zugführer legte Andreas Schulte seinen Posten nieder. Andrea Gröne übernahm ab hier das Amt der stellv. Zugführerin. Im Septemper 2013 nahm der Spielmannszug am Landeswertungsspielen des Verbandes der Feuerwehren in NRW teil. Während der Abschlussveranstaltung in Rietberg bekam Thorsten Zywietz aus den Händen des Ehrenvorsitzenden des VdF NRW, Dr. Klaus Schneider, das Deutsche Feuerwehr-Ehrenkreuz in Silber.

"Klänge der Freude" hieß es dann im September 2015 in der Turnhalle in Ostenfelde. Hier fand das erste Gemeinschaftskonzert aller Ostenfelder Musikgruppen statt. Unter der Federführung des Spielmannszuges - der schon Erfahrungen mit Konzerten in der Turnhalle hat - traten dort der Kinderchor, die Young Voices und der Pfarr-Cäcilienchor der katholischen Pfarrgemeinde auf. Hinzu kamen die Jagdhornbläser des Hegerings sowie die Evangelische Bläsergemeinschaft. Großes Ziel war bei diesem Konzert, dass auch alle Gruppen gemeinsam musizieren. Mit einem Jagdlieder-Potpourri und dem Stück "Klänge der Freude" von Edward Elgar gab es zwei gemeinsame Stücke. Das Ostenfelder Heimatlied zum Abschluss war zusammen mit dem Publikum ein weiterer Höhepunkt.